Kodi, vormals XBMC, ist die Antwort auf eine alltägliche Frage: Wie kommen Videos, MP3s und Internet Streams vom Rechner auf den Fernseher und ins Heimnetz? Und wie steuer ich das alles mit dem Smartphone? Für Tekkies, Besitzer von Smart-TVs oder Bewohner des Apple-Lands mag das seit Jahren selbstverständlich sein, für alle anderen werden wir in der Kodi-Serie ausführlich erklären, was Kodi/XBMC ist, wie Ihr System, Fernbedienung und Quellen einrichtet und welche Hardware passt:
Was ist Kodi?
XBMC heißt seit neuestem Kodi, vor allem, weil sich die Entwickler von der namensgebenden Xbox distanzieren wollten – schließlich ist XBMC längst vor allem auf PCs, Laptops oder Mini-Rechnern wie dem Raspberry Pi zu Hause. XBMC steht für Xbox Media Center, also die Software, die etwa auf HTPCs (Home Theatre PC) zum Einsatz kommt. Das kostenlose Open-Source-Programm bietet eine TV-taugliche Oberfläche, über die Ihr Medien aller Art abspielen und verwalten könnt – bevor Konsolen dies selbst konnten. Der Spaß kommt vor allem durch die Bibliothek: Kodi erkennt Filme und Serien-Episoden anhand der Datei- oder Ordnernamen und besorgt automatisch die passenden Metadaten, also Beschreibungen, Darstellerlisten, Cover und so weiter. Und da sich das ganze bequem per Smartphone oder Tablet bedienen lässt, ist Kodi wohl die beste Art, jeden TV zum Smart-TV aufzurüsten – Mediatheken, Youtube und sonstige Streams inklusive.
Die optische Aufmachung von Kodi ist traditionell ein Vergnügen.
Kodi ist auch Streaming Server: Ihr könnt Inhalte der Bibliothek problemlos auf etliche Netzwerkgeräte streamen, ganz einfach per UPnP. Serien von der NAS auf dem Tablet? Kein Problem. Musik vom PC auf dem Handy? Aber sicher. Unterschiedliche Serien für Papa, Mama, Kind, Kind, Kind? Wenn das Netzwerk mitmacht auch das. Übrigens funktioniert auch der umgekehrte Weg: Kodi empfängt UPnP-Streams und spielt diese ab, dient also als UPnP-Renderer. Praktisch sind auch die vielen Add-ons. Populär sind hier vor allem Online-Dienste wie die Mediatheken, Spiegel TV, Youtube oder 17 Staffeln South Park – alles legal und gratis. Es gibt aber auch Programm-Add-ons, beispielsweise Webbrowser.
Kodi ist auch der perfekte Weg, um Youtube & Co. auf den TV zu bringen.
Wie kommt Kodi auf den TV?
Kodi muss auf einem Rechner laufen, der direkt mit dem TV verbunden ist – bei Smart TVs lässt sich gegebenenfalls per UPnP oder Web zugreifen, aber das lassen wir hier mal beiseite. Wer das Glück hat, seinen Medien-/Hauptrechner in Kabelreichweite zum TV stehen zu haben: Glückwunsch, schneller und stabiler geht es nicht, einfach per HDMI oder Video-/Audio-Out von der Grafikkarte zum Fernseher. Alle anderen könnten ein altes Note-/Netbook, passiv gekühlte PCs oder sonstige rumliegende Hardware nutzen – aber bedenkt: Ein 50-Gigabyte-Full-HD-Film braucht schon etwas Rechenpower. Unsere Empfehlung: Für rund 30 Euro bekommt Ihr den Raspberry Pi, einen Kleinstrechner, der sehr wenig Strom zieht (ca. 7 Watt), lautlos ist und genügend Rechenleistung für den Kodi-Betrieb liefert – und es gibt perfekt abgestimmte Komplettsysteme mit vorinstalliertem, automatisch startendem Kodi/XBMC, vom darunter liegenden Linux bekommt Ihr nichts mit. Die Anleitung zur Installation von Systemen wie dem schicken Xbian findet Ihr hier separat. Die Installation unter Windows beschränkt sich auf den üblichen Doppelklick auf die EXE-Datei, bei Linux geht’s über den Paketmanager. Ob Ihr Kodi nun manuell unter Windows oder Linux installiert oder lieber ein fertiges Raspberry-Pi-System (dann derzeit noch mit XBMC) nutzt, die folgenden Anleitungen gelten natürlich für jede Installation.

